Nachdem sich der wirklich originale Sumpftarn-44 Stoff wohl langsam verbraucht hat, verkauft Mil-Tec jetzt eine täuschend ähnliche Drillich-Variante - nicht die sehr dünne, eher braune Variante mit weitem Abstand der Flecken und fast grauvioletten Flecken, die man als Schlupfjacken und M-45-Jacken ohne Rockschoß bekommt. Nein, die Neue schaut dem Original in Farben und Druck zum verwechseln ähnlich und wird als Stoffbahn verkauft - Nur!!! Das Fischgrät ist im Vergleich zum ursprünglichen Stoff viel zu deutlich erkennbar und hat statt 6 mm wieder die gut bekannten 8 mm als Webbreite...also aufpassen. Zahlt nicht mehr, als für ein gutes Repro im Zweifel. Mützen usw werden bereits bei diversen Händlern angeboten. Lasst Euch nicht veräppeln.
Auch gibt es seit einigen Monaten eine äußerst gut gelungene Sumpf-44 auf glattem Baumwollstoff von einem Osteurpäischen Händler, der relativ bekannt ist. Winterklamotten, Knochensäcke, Helmbezüge und Kappen, sowie Schlupfen mit und ohne Kapuze gibt es offiziell.
Aus gegebenem Anlass hier eine Warnung vor allzu gut erhaltenene Winterjacken und Schlupfjacken und diversem anderem Kram in Sumpf-44 mit strohgelber Grundfarbe und dunkelgrünen Hauptflecken. Dies könnten leicht die neuen Repros aus Amerika sein, die anscheinend langsam auftauchen, neben Erbsentarnzeug - Das Muster ist jedoch zu groß gezoomt in der Regel.
Bei Drillich bitte immer die Webbreiten erfragen (Original ca. 6mm, Repro: 8 oder auch 9-10mm). Daneben gibt es seit einiger Zeit alten HBT-Stoff mit Sumpftarn-44, aus Wehrmachtbeständen, die bei der Tschechischen Luftwaffe im Depot lag. Daraus werden alle möglichen Klamotten für Einzelverkäufer genäht...Stoff ist original-Herstellung, die Schneiderarbeit aber nicht!!! Aufpassen also. Es bleibt Euch überlassen was ihr dafür zahlen wollt, aber ein Original im wahrsten Sinne ist es nicht. Schlupfjacken, Felddivisionsjacken, Helmbezüge, Mützen, Feldjacken-44 und blödsinnigerweise auch Knochensäcke, die es aber nachweislich nur aus Zeltbahnstoff oder gerade bei Sumpftarnung später nur aus Baumwoll-Gabardine, einem jeansaartigen, diagonal gewebtem Stoff, gab. Diesem ähnlich ist aber auch der amerikanische Stoff, den ein Anbieter für Sonderanfertigungen von Einzelstücken anbietet. Hier kann man im Moment leicht auf die Klappe fallen. Im Zweifel für kein Stück Klamotte mehr als 300€ zahlen. Mützen und Helmbezüge höchstens 80€.
So jetzt zum Ratgeber-Sumpftarnung...
Wie gesagt es gab ab 43 die erste Variante dieses Tarnmusters, besonders effektiv ist es in Gegenden mit trockenen Graslandschaften und Feuchtwiesen im Winter und zeitigem Frühjahr, wenn das Gras noch strohfarben getrocknet ist und nur wenig Grün und Braun das Bild beherrschen....also nicht wirklich was fürn Sommer!!
Das Muster entspricht genau dem der guten alten WH-Zeltbahn! Die Unterschiede liegen in der Farbkombination und den aufgelockerten Rändern der Splitterkanten! Es gab Unmengen an diversen Farbschattierungen!!! Da zu sagen: "DAS ists"... ist kaum möglich! Davon Originale zu ergattern ist möglich wenn auch schwerer als von Splitterzeug, (komisch ist da nun wieder, dass es im Moment vorwiegend Sumpfklamotten als Originale hier gibt und kaum mal ne Winterjacke oder Hose aus Splitterstoff, obwohl es die viel öfter geben müsste....sollte man mal bedenken) zumal die Vielfalt der Farbnuancen es für Fälscher recht einfach macht. Es gab Helmbezüge, Schlupfjacken, Winterwendeanzüge, Knochensäcke, Felddivisionstarnjacken, Feldmützen. Keine Zeltbahnen!!
Die Wehrmacht nutzte nur dieses quasi modifizierte Zeltbahn-Muster!!! Kein anderes, es wurde lediglich modifiziert!! Also die Ränder wurden im Laufe der Zeit runder und aufgelockerter durch kleine Pünktchen oder verlaufende blassere Ränder, die Anordnung und Ausgangsform der Flecken blieb aber gleich der WH-Splitterzeltbahn!!!
Vorsicht, die hier auf Ebay immer wiedermal auftauchenden Winterwendesachen in Sumpf-43, teils mit unterschiedlichen Farbschattierungen scheinen zum Großteile aus amerikanischer Einzelfertigung zu kommen und sind gut und dezent gealtert. Ich habe einen weiteren amerikanischen Anbieter gefunden, der genau diesen Stoff anbietet und im Auftrag Stücke schneidert, also das sind dann alles Einzelexemplare! Vorsicht also beim Bieten. Die sind etwa 400€ - 450€ wert. Im Neuzustand...aus der Schmiede kommen auch immer wieder Knochensäcke und Felddiv-Jacken.
Ein beliebtes Spiel ist es aber auch, diverse Fetzen von Originalstoffen an schnöde, gealterte Nato-Shop-Kopien zu nähen, z.B. Taschenklappen und Knopfleisten, oder ganze Kapuzen. Ggf. werden noch Knöpfe ausgetauscht...mit anderen Worten, alle Gimmicks die man an Jacken usw. mit etwas Geschick austauschen kann, sollte man als Indiz das das gesamte Ding original ist, nicht zu ernst nehmen, vor allem dann icht wenn gerade die besonders oft auf den Detail-Fotos rausgekehrt werden.
Der Kopien sind da viele, es existieren im Moment mindestens 5-6 mir bekannte, mehr oder weniger gute Sumpftarnanbieter, die vor allem Winterwendejacken und Hosen, Schlupfjacken mit und ohne Kapuze, Helmbezüge und Knochensäcke, sowie Felddivisionstarnjacken anbieten...auch FJ-Bandoliers sind im Umlauf. Schaut Euch das Zeug genau an, da hilfts nur, sich die Farbnuancen einzuprägen. Die Sachen sind alle mehr oder weniger O.K. für Repros, und günstig zu haben. In Sachen 44iger Sumpf gibts nur einen Anbieter im Moment, und dessen Sachen sind auch eher selten, siehe mein Foto, das ist ein Stück davon und in diesen Farben findet man sein Zeug auch: Knochensäcke, Helmbezüge, Gebirgsschlupfjacken, Kapuzenschlupfjacken, evtl. Winterwendezeug, hab ich aber noch nicht gesehen, obwohl es angeboten wird bei diversen Zwischenhändlern.
Die Wiederholungsraten liegen bei Originalen meist bei 53cm.
Popelin (Zeltbahn-Stoff) wird bei Nässe steif und zeigt im Gegenlicht kaum Poren....bester Vergleich ist die alte olive Bundeswehrzeltbahn oder die alte Flecktarn aus Österreich.
Die Grundfarben waren von graugelb über strohfarben bis leicht orange, die Hauptflecken waren in sattem oder blasseren Olivgrün gehalten und die kleineren Flecken in braun oder Rotbraun, sogar Bordeaux-Rot kam vor. Die Kanten der hier noch als Splitter erkennbaren Flecken wurden durch winzige Pünktchen verwaschen, das sieht von weitem aus wie mit ner Airbrush drübergesprüht. Zum Teil kam es je nach Stoff auch vor, dass die Ränder so ineinanderschmolzen, dass die Pünktchen kaum zu sehen sind, oder der ganze Bereich nur als hellerer Streifen um die Flecken erscheint.
Im Kriegsverlauf hat man dann 1944 eine weitere Veränderung vorgenommen,: die Flecken wurden abgerundeter dargestellt, wobei die Grundanordnung der Flecken zueinander aber gleich blieb...also immernoch das Zeltbahnmuster als Grundlage zu erkennen ist!! Auch hier findet sich dieser "Hasenfleck" wie in meinem Splittertarn-Ratgeber beschrieben überall wieder...wenn dieser nicht durch ungünstigen Schnitt überdeckt oder kaum zu sehen ist! Heraus kam das Sumpfmuster44, Farbvarianten wie bei Sumpf-43. Beide Drucke wurden auf glattem Baumwollstoff und Fischgrät-Drillich verwendet. Ganz wenige Exemplare an Knochensäcken auch auf Gabardine.
Hier alles Sumpf-43 Varianten links eine Schlupfjacken auf glattem Baumwoll-Stoff: Repro wo die Flecken kaum Abstand haben zueinander und eher verschmelzen.
Mitte: Winterwendejacke mit Bordeaux-farbenen Braunflecken: Originale Winterwendejacke, hier gut die hellen Abstandsränder der Flecken zu erkennen.
Rechts: Ausschnitt aus originalem Stoffmuster: Drillich-Fischgrät (HBT-Herring-Bone-Twill) hier sieht man die aufgelockerten Ränder nur noch schemenhaft, da die Farbe vom Stoff gut aufgesaugt wurde und die Flecken wieder eher ineinanderlaufen, die Randbereiche sind hier blasser als die Kernflecken.
Winterwendehose Sumpf-43 aus tschechischer-Repro-Herstellung, die ist im Sandardprogramm und in verschiedenen Nuancen zu haben. Winterwende und Felduniformen sind sowieso im Programm. Jetzt wird der Druck neuerdings ins gelbliche gehend angeboten und wirkt im Prinzip wie hier im nächsten Bild die 44er-Sumpfjacke, nur eben heller in der Grundfarbe. Der erste Druck dieses Herstellers war ein etwas dunkleres Braun, bei dem die grünen Flecken fast nicht aufgefallen sind. Der existierte aber nur kurz.
Sumpf-44, abgerundete Flecken aus tschechischer Repro-Fertigung. Der "Hasenfleck" ist hier links im Bild auf der Jacke zu sehen.So im Moment die einzige Repro-Variante die man kaufen könnte...aber ist selten geworden, Knochensäcke und Winterjacken sind noch möglich!
Unten:
Diese beiden Bilder beziehen sich auf Schlupfjacken und Winterwendejacken/-Hosen aus Tschechien in Sumpf-44, die Stoffe sind aus Wehrmachtbeständen...und wurden von der tschechischen Luftwaffe zur Fliegertarnung verwendet, bzw. deponiert und tragen auch deren Abnahmestempel..tauchen immer wieder auf...siehe Einleitung..die Stoffbahnen sind nach dem Krieg nur in die tschechischen Depots gewandert sie schauen extrem gut und unbenutzt aus, Schnäppchen quasi...selten!! Die Bilder sollen hier auch zeigen wie die Originalfarben wirken. Allerdings: Was man mal hergestellt hat...kann man ja immer wieder herstellen....also keine Garantie möglich! Auch wenn es hierzulande so gut wie keinen guten HBT-Stoff mehr gibt, so weiß keiner was sich da in Tschechien oder so noch alles tummelt woraus sich Originale basteln lassen....Knochensäcke und Felddiv-Jacken hab ich auch schon angeboten gesehen...also das deutet wieder verstärkt nach Manipulation hin...da die Tschechen diese beiden LW-Uniformjacken sicher nicht weiterverwendeten...also Augen auf und wie immer...ganz penetrant nachfragen....Ich verweise da auch nur wieder auf die guten Karnickelfell-Parkas aus sog. Italienischem Tarnstoff, der eigentlich oft auch ungarisch ist und eben auch ein Nachkriegsfetzen aus dem Ostblock ist, dessen Schnitt dem des Elite-Anorak voll entspricht....Was die da drüben so alles fabrizieren und fabriziert haben weiß keiner so genau....Ab und zu taucht aber auch wirklich noch WH Depot-Ware auf...dort ist alles möglich...Im Moment gibt es hier auf ebay einen tschechischen Verkäufer der wohl an ein Depot mit Original-Drillich-Stoff in Sumpftarnung gekommen ist. Da er neben Schlupfjacken, auch Knochensäcke in Drillich-Sumpftarn anbietet, was aber völliger Quatsch ist, könnte es sich zum Teil ziemlich wahrscheinlich auch um nachgeschneiderte Stücke handeln...sind aber klasse Belegstücke und der Stoff ist definitiv Original. Siehe Einleitung!!! Aus diesem Stoff
tauche hier auf Ebay auch immer wieder Helmbezüge und M-43 Mützen auf....alles nachgeschneidert aus dem Original-Stoff!!! Die kosten keine 120€ beim tschechischen Hersteller. Man kriegt ganze Meterware davon zu ca. 60€. Also genug Material für alle möglichen "Originale"...
Abarten:
Im neuen Buch von Palinckx taucht auch ein Sumpfmuster auf, das sehr eigenartig ist...ziemlich große Flecken und wirkt kantiger und klotziger...die Farben entsprechen den der anderen Arten...es wird aber immer nur ein einziger Knochensack abgebildet in diversen Büchern...also entweder ein Versuchsdruck oder Nachkrieg, da er auch total unangetastet aussieht...
Von der Sumpftarnung gibt es noch folgende im Krieg verwendete Varianten: Eine im Splittermuster, aber Sumpffarben gedruckte Variante, die für Winterwendeanzüge verwendet wurde und eine Variante im 44iger oder 43iger Sumpfmuster aber in Zeltbahn-Farben gedruckt, nur in etwas blaugrauem Grundton. Also im Prinzip vertauschte man Farben und Muster zwischen Splitter und Sumpf-Tarnungen gegenseitig....aber alles relativ selten zu finden und im Moment reproduziert auch keiner sowas....für Hinweise in Sachen Repros aus Sumpf in Zeltbahnfarbe wäre ich dankbar, das fehlt mir noch in der Sammlung (Winterwende oder Scharfschützenjacke wäre geil)
Beispiel für Sumpf-43 in Zelbahnfarbe
Nachkriegsvariante BGS 50iger Jahre:
Das Muster ist immernoch genau WH-Zeltbahn, siehe den "Hasenfleck" in der Mitte!!. Die kleinen Striche sind hier nicht mehr grün, wie bei allen WH-Mustern, sondern in einem sehr feinen Grau gedruckt, man sieht sie kaum noch. Die Farbzusammenstellung beim BGS war dann auch nicht mehr so variantenreich, ich kenne nur Tarnsachen aus nahezu gleichen Farben, wie hier eben zu sehen. Vom BGS gab es auch Zeltbahnen: Dreiecksform, aber Rückseite ohne Flecken, Basiskante nicht gerade sondern leicht angewinkelt...Wenn man es also genau nimmt ist es eine Rechteckplane, fällt aber kaum auf....
Hier noch ein Beispiel für Österreich 70iger Jahre. Eine Zeltbahn! Eine Seite in Flecktarn und andere ein graubeiges sumpfarnartiges mit Strichen!. Beide Muster haben mit Wehrmacht oder Elite aber nichts zu tun, sondern von diesen lediglich beeinflusst worden.
Ungarn und Tschechien
Ungarn benutzte in den 40er Jahren auch ein sog. Sumpfmuster (Dunkelgelbe Grundfarbe, kräftige grüne und dunkelbraune aufgelockerte Flecken aber einheitlich gemischt, also beide Flecken prozentual gleichflächig auf der Bahn verteilt, also ein total anderes Muster!!!), mir sind vor allem Zeltbahnen bekannt. Die Rückseite ist mit grauen Fischgrätweb-Baumwoll-Streifen verstärkt, sie hat Holzzapfen und Lederverstärkte Ösen...Rechteckig, Rückseite wie Grundfarbe ohne Flecken!! Absolut selten wohl...hier werden immer wieder welche verkauft, die anscheinend echte Raritäten sind, und wohl extrem selten...
Die ehem. Tschechoslovakei benutzte in den 50iger Jahren ein recht rötliches "Sumpf"-Muster auf Zeltbahnen und Kleidung, die Farbzusammenstellung ähnelt aber mehr dem bunten Leibermuster der Schweiz. Die Flecken haben aber aufgelockerte Ränder....Rechteckform und Lederverstärkungen an der Ösen, Holzzapfen, rückseite weiß mit durchscheinenen Flecken. Es gibt auch eine später braunere Version, wo die extrem roten Flecken in dunkelbraun ausgeführt sind.
Vielen Dank für die erste negative Bewertung nach so kurzem Bestand des Ratgebers, da es am fachlichen nicht liegt, hab ich wohl einem kleinen Gaunerlein damit an die Karre gepinkelt. Genau das was ich will...Vielen Dank! War wohl auch für Sumpftarnung längst überfällig.
Übrigens bin ich für konstruktive Beiträge und Ergänzungen, sowie Korrekturen dankbar, Mail genügt!



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